Pressemitteilung zum Abschluss des Konzepts
Gestützt auf die Vorstudie aus dem Jahre 2001 hat die region surselva zusammen mit den 11 betroffenen Gemeinden Bonaduz, Castrisch, Flims, Ilanz, Laax, Sagogn, Schluein, Tamins, Trin, Valendas, Versam sowie den Tourismusorganisationen und der RhB das vorliegende Konzept erarbeitet. Ein Projektteam, zusammengesetzt aus Vertretern der regiun surselva, der Gemeinden und verschiedener Organisationen, hat die Konzeptarbeit begleitet. 60 bis 80 Interessierte wirkten in 5 Werkstätten an der Konzeptentwicklung mit.
Die Ruinaulta wird immer stärker genutzt
Die Erholungsnutzung in der Ruinaulta, sei es am Wasser, auf dem Wasser oder auf den Wanderwegen, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Punktuell sind empfindliche Lebensräume (Auenwälder, Kiesbänke u.a.) beeinträchtigt oder gefährdet und einem grossen Erholungsdruck ausgesetzt. Wanderer halten sich auf dem Bahntrasse auf und sind dadurch höchst gefährdet. Mountainbiker und Wanderer stören sich auf schmalen Wegstrecken. Viele Feuerstellen stellen eine Gefahr für den wertvollen Erikaföhrenwald oder die Kleinlebewesen dar. Diese Entwicklung ist Ausdruck des grossen Erlebniswertes der Ruinaulta und ihres steigenden Bekanntheitsgrades.
Ziele und Strategien für die Entwicklung der Runinaulta
Hauptziele des Konzepts „Naturmonument Ruinaulta“ sind: mit dem Naturpotenzial „Ruinaulta“ mehr Wertschöpfung generieren, durch Schutz gefährdeter Naturpotenziale und Lenkung der Besucher Ordnung schaffen sowie durch Information die Bevölkerung und Gäste für Natur und Landschaft sensibilisieren.
Als Strategie wird verfolgt: Nutzung und Erhaltung der Naturwerte gleichzeitig und gleichwertig entwickeln, die Massnahmen umfassend, interkommunal abgestimmt und wirkungsvoll treffen, die vorhandenen Konflikte zwischen Nutzung und Schutz lösen oder entschärfen sowie künftige Konflikte vermeiden.
Konzept für die Ruinaulta: Erhaltung und Nutzen im Gleichgewicht
Das Konzept bietet ein attraktives und gut unterhaltenes Wanderwegnetz mit festgelegten Rastplätzen und Aussichtspunkten (Guckfenster in die Schlucht) sowie thema-tischen Informationen zur speziellen Fauna, Flora und Geologie. Jedes Dorf ist mit einem Weg an die Schlucht angebunden. Biker bewegen sich ausserhalb der Schlucht auf dafür markierten Forst- und Landwirtschaftswegen. Das Bikenetz ist perfekt signalisiert und mit den Netzen der angrenzenden Gebiete verbunden. Für den Wassersport werden geeignete Ein- und Ausbootstellen bzw. Anhaltestellen in nicht sensiblen Ufergebieten festgelegt. Der Natur- und Landschaftsschutz soll, wo immer möglich, nach der Devise „Lenkung statt Verbot“ erfolgen. Zur Vermeidung von Störungen in sensiblen Lebensräumen (Kiesinseln, Lebensräume des Auerhuhns u.a.) sind zeitlich beschränkte Betretungsverbote nötig. Mit einem Besucher- und Biomonitoring wird die Entwicklung von Schutz und Nutzen beobachtet und falls erforderlich, daraus Massnahmen getroffen.
Einmalige Chance: Der Besucher kommt mit Bahn und Bus oder lässt das Auto am Rand der Schlucht
Der Gast oder Besucher kommt mit der RhB oder dem Bus in die Ruinaulta. Der Autoverkehr wird von der Schlucht möglichst ferngehalten. Die Berechtigung für die Parkierung in der Schlucht wird durch die Gemeinden und die RhB als Eigentümerin der Parkplätze bei den Bahnstationen festgelegt. Wichtige Parkplätze werden bewirtschaftet. Die RhB bietet ein attraktives Angebot für Wanderer, Wassersportler und Schluchtbesucher an. Einstiegs- und Informationsschwerpunkte sind Reichenau-Tamins/ Station, Bahnhof Ilanz und Versam-Safien/ Station.
Ein gemeinsamer und geordneter Betrieb gewährleistet einen optimalen Nutzen für Mensch und Natur
Um Schutz und Nutzen aufeinander abzustimmen und die Erholung zu lenken, empfiehlt das Konzept den Aufbau einer Trägerschaft „Ruinaulta“, welche sich aus der region surselva, den 11 territorial betroffenen Gemeinden und Interessierte (Tourismus, Bahn, u.a.) zusammensetzt. Die Trägerschaft beauftragt im Rahmen von vorgegebenen Leistungs- und Qualitätszielen sowie im Rahmen von Finanzvorgaben einen Ausschuss mit einer Geschäftsstelle, das Konzept umzusetzen und den Betrieb sicherzustellen. Als Sofortmassnahme ist für den Aufbau des Betriebs ein jährlicher Betrag von Fr. 150'000.-, welcher nach einem Finanzschlüssel auf die Gemeinden und interessierten Organisationen verteilt wird, notwendig. Gesamthaft wird in den nächsten 10 Jahren mit Investitionen von 2.5 bis 3.5 Mio. Fr. gerechnet. Die notwendigen Mittel für die Investitionen werden über verschieden Kanäle beschafft.
Die Ruinaulta hat ein grosses Marktpotenzial
Das Konzept beinhaltet auch ein Marketing- und Kommunikationskonzept. Das Naturmonument „Ruinaulta“ wird als „Die Rheinschlucht“ auf dem Markt positioniert. Das besondere Erlebnis ist: Natur pur, lebendig, idyllisch, Action, Abenteuer . Angesprochen wird das Marktpotenzial entlang dem Rhein (Schweiz rd. 3 Mio. und rheinangrenzende Staaten ca. 50 Mio. Leute) über verschiedenste Kanäle ( Bahn- und Busreiseveranstalter, Graubünden Ferien, RhB, Schweiz Tourismus u.a.). Nahblicke in der Schlucht zu Fuss auf der Senda d’art oder mit alten RhB-Zügen, Tiefblicke aus Guckfenstern in die Schlucht oder Abenteuerangebote für Jung und Alt bilden die wichtigsten Elemente des Angebotes.
Die Ruinaulta trägt zur Regionalwirtschaft bei
Mit dem Produkt kann ein bedeutender regionalwirtschaftlicher Nutzen erzielt werden. Heute werden in der Ruinaulta an schönen Tagen rund 600 - 800 Besucher gezählt. Die Saison dauert von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Wenn 50'000 bis 100'000 Personen die Ruinaulta besuchen, geben Tagesgäste rund 1 bis 2 Mio. Fr. und Gäste mit Übernachtung 6 bis 8 Mio. Fr. pro Jahr aus.